Her mit dem Bauernopfer!

„Mein Produzent wird zum Bauernopfer gemacht. Fast jeder in der Branche kauft eigene Platten – wer nicht, ist dumm. Regeln, die nicht beachtet werden, sind keine Regeln mehr.“

Sagt die Grand Prix Künstlerin Gracia einfach mal so zum Kölner Express über die Entscheidung des Phonoverbands, ihren Song aus den Charts zu nehmen. Und wie abgebrüht man in dieser Branche auch immer sein mag und wie dickhäutig auch der dauerverarschte Konsument schon ist, das kann man doch nicht so stehen lassen. Wenn ich als heranwachsender Musikfan damals erfahren hätte, dass die Charts manipuliert sind, und das auch noch so schnoddrig dahingesagt, eine Welt wäre für mich zusammengebrochen. Die Wirkung wäre ähnlich gewesen wie bei den einschneidenden Infos „Hey, der Nikolaus war Onkel Wolfi“ und „Es gibt doch gar kein Christkind“. Klar, heutzutage zuckt man verächtlich mit den Schultern wenn man von der Chartsmanipulation hört. Gerade erst hatte man sich ja daran gewöhnt, dass Fußballspiele manipuliert werden. Ich zucke noch zusammen, ich will nicht völlig vom Glauben abfallen. Aus Prinzip nicht. Lasst mir meine Unschuld. In diesem Sinne, liebe Gracia, sogar noch mehr Bauernopfer bitte! Zudem: „Regeln, die nicht beachtet werden, sind keine Regeln mehr.“ Das ist weder moralisch noch juristisch haltbar.

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